Kulturhistorische Führung mit Toni Drexler

Tag des offenen Denkmals: Von einem Grundstein, einem Memorienstein und einer ‚Motte‘ mitten in Althegnenberg


Warum hat Alt-Hegnenberg das ‚alt‘ in seinem Namen? Und wo ist das neue Hegnenberg? Dies ist eine der überlegenswerten Fragen, die der ehemalige Kreisheimatpfleger Toni Drexler aus Hörbach bei seiner informativen und kurzweiligen Führung am 13. September 2026 zum Tag des offenen Denkmals in den beiden Althegnenberger Kirchen beantwortete.


Und so wars: Die ‚Hegnenberger‘ lebten in ihrer ‚Burg‘ , die ledigleich ein hölzerner Wohnturm war, auf dem aufgeschütteten Hügel inmitten des Dorfes. Solche künstlichen Burgberge – sog. ‚Motten‘ (von franz. La Motte) gab es im Mittelalter häufig. Als die Hegnenberger Anfang des 14. Jahrhunderts zu Reichsministerialen aufgestiegen waren, verlagerten sie ihren Aufenthalt nach Hofhegnenberg, wo sie viel Raum für ein repräsentatives Schloss und einen schönen Weitblick ins Lech- und Paartal hatten. Und so wurde aus Hegnenberg das ‚Alt-Hegnenberg‘ und dort, wo sie jetzt Hof hielten, das ‚neue‘ Hofhegnenberg.


Später, 1676 ließ der Friedrich Peter Freiherr von und zu Hegnenberg-Dux auf dem verlassenen Burgberg von Hegnenberg eine Kapelle errichten. Es sollte eine Nachbildung der berühmten Gnadenkapelle von Altötting sein. Dies wird durch eine Statue der ‚schwarzen Madonna‘ im Altar verdeutlicht. Circa 200 Jahre lang war sie eine vielbesuchte Wallfahrtskirche.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die ‚Bergkapelle‘, die im Besitz der Gemeinde Althegnenberg ist, den evangelischen Mitbürgern überlassen, die als Flüchtlinge ins Dorf gekommen waren – bis heute verpachtet an das Evangelisch-Lutherisches Pfarramt Mering.


Dies ist nur ein Ausschnitt aus den interessanten Details der Geschichte der Bergkapelle, von denen Toni Drexler berichtete.

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Bergkapelle.  Toni Drexler

Bergkapelle Besucher1

 

In der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, die 1938 erbaut wurde, nachdem die noch aus dem Mittelalter stammende Vorgängerkirche recht marode und zu klein geworden war, setzte der Historiker zwei Schwerpunkte:
Zum einen wies er auf die aus der abgerissenen Kirche übernommen wunderschönen goldglänzenden Barockfiguren am Taufbrunnen und an der Kanzel hin.
Zum anderen erklärte er den Text und dessen Bedeutung von zwei steinernen Tafeln aus der mittelalterlichen Vorgängerkirche, die neben der Eingangstüre in die Kirchenmauer eingelassen sind: Der große Stein diente als Grundstein über dem Eingang der Kirche und stammt aus der Mitte des 11. Jahrhunderts. Im Rahmen der Aufzählung der Kirchenpatrone weist er auf das Gründungsdatum Althegnenbergs hin.

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Der zweite kleinere Stein ist ein ‚Memorienstein‘, von denen es nur noch sehr wenige in Deutschland gibt, einen in Fulda. Auch er stammt aus der Zeit um 1050 und berichtet vom Tod von drei wichtigen Persönlichkeiten, die wahrscheinlich zu den zwölf Erstbürgern Althegnenbergs gehörten.


Eingeladen hatte die Dorfbelebung Mittelstetten e.V. in Kooperation mit der Pfarreiengemeinschaft Baindlkirch sowie dem Evang. Luth. Pfarramt Mering.
Die Vorsitzende Katharina Schlamp freute sich sehr über das Interesse der ca. 20 Besucherinnen und Besucher und bedankte sich sehr herzlich bei Toni Drexler für den professionellen, interessanten Vortrag.

 

 

 


Wir beteiligen uns wieder im Rahmen unserer Reihe kulturhistorischer Kirchenführungen.

 

Diesmal lassen wir uns die Althegnenberger Pfarrkirche St. Johannes Baptist und die Bergkapelle Althegnenberg näher erklären.

Wer könnte das besser als der ehemalige Kreisheimatpfleger Toni Drexler aus Hörbach.

 

Beginn: Am Sonntag, 13. September ca. 9.30 Uhr (bis ca. 10.45 Uhr) im Anschluss an den Gottesdienst in der Althegnenberger Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Nach ca. 40 min geht’s zur Bergkapelle.
Siehe auch Flyer im Anhang.

 

Wir freuen uns auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher!

 

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Tipp: Ab Mittag ist auch in Spielberg Tag der offenen Tür – mit einem sehr schönen Herbstfest.

Kulturhistorische Führung